Hier beginnt dieser Text. Stets sind es Anfänge, die wichtig sind. (Fail.) Anfänge von Texten, Anfänge von Reden, Anfänge von musikalischen Werken. Der Vollidiot, der »mal bei einer Werbeagentur gearbeitet« hat, spricht wohl von »catchy«. So der Beginn von Peter Tschaikowskys erstem Klavierkonzert oder von Also sprach Zarathustra von Richard Strauss, obwohl noch weniger »Melodie« als bei Tschaikowsky. Es sind musikalische Zustände, die im Ohr bleiben – und bei Strauss weiß man allgemein noch weniger, wie es nach der bekannten filmmusikalisch prominent verwendeten Einleitung eigentlich weitergeht. Beziehungsweise, dass es überhaupt weitergeht.Die ersten eindrücklich zynisch-kalten Schilderungen des Beginns bilden tatsächlich auch schon den Höhepunkt von Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften, denn niemand interessiert sich für die ellenlangen Ergüsse über Erotik mit der eigenen Schwester, die die restlichen achtundneunzig Prozent des Buches ausmachen. Auch das Thema der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach ist auf vielen Kuschel-Klassik-CDs und -Playlists zu hören. Ohne die nachfolgenden Variationen. So geht das natürlich nicht. Denn anders als bei Musil nimmt die musikalische Qualität bei Bach nicht abrupt ab. Im Gegenteil.
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