Diese Woche in VAN
Kritik
Auftakt des Mozart-›Ring‹
Mit einem kammermusikalischen ›Rheingold‹ unter Kirill Petrenko eröffnen die Berliner Philharmoniker die Osterfestspiele Salzburg. Der Ansatz ist eine Offenbarung.
Diese Woche in VAN
Essay
Da fällt man vom Glauben ab
Das Evangelische Gesangbuch wird derzeit überarbeitet. Ein Blick in den Erprobungsband, der in einigen Gemeinden getestet wird, löst Unbehagen aus.
Diese Woche in VAN
Kommentar
Gute Nachricht gut versteckt
Immer mehr Kulturinstitutionen lassen Klimabilanzen erstellen und entwickeln Maßnahmen, um Emissionen zu reduzieren – nur scheint sich kaum noch jemand dafür zu interessieren.
Diese Woche in VAN
Kritik
Schwingende Saiten, Stimmakrobatik und weißes Rauschen
Das Berliner Festival MaerzMusik stellt die Erforschung und Erweiterung der sinnlichen Wahrnehmung von Musik in den Mittelpunkt und verzichtet auf modische Neben-Diskurse
Pausenwein unersehnt
Dieses Schiff säuft nicht ab: Das Takács Quartet verabschiedet nach einem halben Jahrhundert sein letztes Urmitglied, mit einer Tournee, die auch ins Berliner Konzerthaus führt
Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester
Kolumnen
Albrecht Selge
Hundert 11
Freak und Birken
Kurzweil ist nicht gleich Vergnügen in Alfred Schnittkes ›Leben mit einem Idioten‹, einer Neuinszenierung an der Magdeburger Oper, an deren verschwistertem Sprechtheater zugleich ein Tolstoi-Publikumshit läuft
Virtuosität der Poesie
Strategien der Beethoven-Chamäleons: Der Pianist Kit Armstrong und Jan Caeyers’ Le Concert Olympique gastieren im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie
Ins Ungewisse hinab, ins Ungewisse hinauf
Hans Werner Henze und andere neunte Sinfonien, dazu prächtige Korngoldwonne: beeindruckende Februarvielfalt der Berliner Rundfunk-Ensembles
Holger Noltze
The Society of Music
Wellness im Neokortex
Die ›F.A.Z.‹ hat festgestellt: Schönheit macht glücklich. Na endlich!
Edmond Dédé, remembered [Bookletology #4]
Er komponierte 1887 als erster Afroamerikaner eine Grand Opéra. Nach 130 Jahren ist sie jetzt zu hören. Wer war Dédé?
Gemein frei!
Das Internet hat uns die dunklen Seiten der Gratis-Kultur gelehrt, dies aber ist ein Lichtblick, jedenfalls für uns-die-User: ein Geburtstagsgruß an »IMSLP«, und danke für die ersten zwanzig Jahre.
Volker Hagedorn
Rausch & Räson
Piaf und die Gänsehaut
Im Roman ›Die Jahre‹ von Annie Ernaux werden Chansons und Poptitel zum Teil einer Partitur der Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg. Volker Hagedorn sieht darin ein Modell für einen anderen Blick auch auf die ›Klassik‹.
Treffen am Südpol
Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.
Die letzte Diva
In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts
Kirchenmusik
»Ich kann nicht einfach so meinen Bach spielen und damit zufrieden sein.«
Albrecht Koch ist nicht nur Domkantor und Domorganist in Freiberg/Sachsen, sondern auch Präsident des Sächsischen Kultursenats. Ein Gespräch über Reichtum, Traditionen und Zukunft der sächsischen Kulturlandschaft
»Wie ein LKW, der sich durch das Kirchenschiff schiebt.«
Olivier Latry, Titularorganist von Notre-Dame, über die Eröffnungszeremonie und den Klang der Orgel nach dem Wiederaufbau der Kathedrale
Danke nein.
In der Kirche will unsere Autorin durch die erhabene Atmosphäre, die Kunst, die Nähe zum Göttlichen dem Alltäglichen entfliehen. Aber was passiert, wenn die Kirchenmusik versucht, sie genau in diesem Alltag abzuholen?
»Das Suchen nach der Pistole ist mir sehr authentisch gelungen!«
Der blinde Kantor Sebastian Brendel im Gespräch.
Musik & Politik
Die sächsische Kulturlandschaft braucht Geld, Personal – und Visionen
Vor gut 30 Jahren machte Sachsen die Kulturpflege zur Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise. Sowohl das sächsische Kulturministerium als auch der Sächsische Kultursenat haben das Kulturraumgesetz jetzt evaluiert. Zu welchen Schlüssen kommen die beiden Berichte?
»Ich verstehe nicht, wie jemand völlig unpolitisch sein kann.«
Der Dirigent Paavo Järvi im Gespräch über Mahlers Ironie, Putins Propaganda und seinen Instagram-Account
»Sie ist berühmt, weil sie rechts ist.«
Die Ernennung von Beatrice Venezi zur Chefdirigentin des Teatro La Fenice wird wegen ihrer politischen Verbindungen vielfach kritisiert. Aber wie dirigiert sie?
Einfach mitspielen?
Beim Protest gegen den autoritären Umbau des Landes ducken sich die Klassikinstitutionen in den USA weg. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch sie ins Visier des Trumpismus geraten.
Recherche
Freundliche Übernahme
Der frühere Hedgefonds-Manager und Selfmade-Komponist Alexey Shor erobert jetzt auch die deutsche Orchesterlandschaft.
Du sollst keinen Lehrer haben neben mir
Im Gesangsstudium ist der Weg zum perfekten Zusammenspiel aus Atemkontrolle, Kehlkopfposition und Resonanzempfinden höchst individuell: Längst nicht jede Lehrkraft passt zu jeder Stimme. Studierende nehmen darum Privatunterricht – heimlich, denn »Fremdunterricht« gilt als Tabu
Alles außergewöhnlich
Die Komische Oper veranstaltet einen Musical-Blockbuster im Tempelhofer Flughafen und gibt dafür mehrere Millionen aus. Ermöglicht wird das auch durch einen Sonderetat, dessen Zweck und Verwendung Fragen aufwerfen.
Kommentar
Kaum noch Ljatoschynskyj, Silvestrov oder Kosenko
Veranstalter setzen wieder auf russische Stars und Komponisten. War die Programmierung ukrainischer Werke seit 2022 reine Symbolpolitik?
Eine Salzburgische Maskerad
Bei den Salzburger Festspielen liegen Intendant Markus Hinterhäuser und das Kuratorium im Clinch. Wie geht es weiter und mit wem?
Engagement ist kein »Luxus«
Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt hat erstmals zwei Stipendien vergeben, um hochschulpolitisches Engagement von Studierenden zu unterstützen. Wird Ehrenamt dadurch marktförmig – oder angesichts der prekären Situation vieler Studierender erst ermöglicht?
Sterben auf Raten
Auch Wien muss jetzt sparen: Die Kammeroper soll geschlossen werden, genau wie die Sterbewohnung Franz Schuberts, das Haydn-Haus und die Johann-Strauß-Wohnung
Essay
Mahler statt Rosinen
Die Aufmerksamkeitsspannen werden immer kürzer. Wird das klassische Konzert zum nächsten Opfer – oder kann es die Rettung sein?
Vielleicht habe ich nicht genug getan
Am 6. September enden die diesjährigen Bachfesttage in Köthen. Als der letzte Ton verklungen ist, steht die AfD als Wahlsieger fest. Aufzeichnungen aus der Zukunft
Trugschluss
Die Stille vor dem Schlussapplaus wird von vielen Dirigenten immer länger gehalten. Dabei ist sie ein kostbares, gefährliches Werkzeug. Entsprechend sorgsam sollte damit umgegangen werden.
Bartók und Janáček an der Weggabelung zum Totalitarismus
Zwei Werke aus der Spätphase der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie: Janáčeks ›Taras Bulba‹ macht sich die Stammesideologie der Zeit zu eigen, Bartóks ›Holzgeschnitzter Prinz‹ widersetzt sich ihr. Wie funktioniert das musikalisch?
Interview
Entscheidend ist nicht welche Musik, sondern wie wir sie hören
Macht Mozart schlau? Warum haben wir Ohrwürmer? Und hat Musikunterricht wirklich ›Transfereffekte‹ auf Konzentrationsfähigkeit, Sozialverhalten und Intelligenz? Ein Interview mit dem Neurowissenschaftler und Psychologen Lutz Jäncke
»Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass Anima stirbt.«
Midori Seiler, neue künstlerische Leiterin von Anima Eterna Brugge, über den Bruch und die Versöhnung mit Gründer Jos van Immerseel, die Neuerfindung des Ensembles und den Unterschied zwischen schöner und korrekter Aufführung
»Ich bin lieber in seltsamen Dingen zu Hause.«
Stefan Goetsch aka Hainbach über Tonbandschleifen, rare Synthesizer, Drum-Computer und ungewöhnliches Testequipment – und wie daraus Performances mit Ensembles und Soundtracks für Filme wie ›Amrum‹ werden
»Ich wollte nie von einem Konzert zum nächsten reisen, das ist für mich eine Hölle.«
Die Pianistin Anna Vinnitskaya im Interview
»Es bleibt ein ganz großes Rätsel.«
Julia Kerrs Oper ›Der Chronoplan‹ wird etwa 90 Jahre nach ihrer Entstehung am Staatstheater Mainz uraufgeführt, vervollständigt und in Teilen instrumentiert von Norbert Biermann. Ein Gespräch über Kerrs Tonsprache und ihre Entwicklung als Künstlerin, die durch die Flucht vor den Nationalsozialisten abrupt endete
»Wir haben nichts zu beherrschen.«
Als Gesangsstudentin kam Jinok Kim 1978 nach Deutschland. Eine Stimmkrise beendete ihre Karriere als Sängerin – sie widmete sich Keramik und koreanischer Küche und eröffnete mit 66 Jahren eines der spannendsten Restaurants Berlins.

















