Diese Woche in VAN
Hundert 11
Angst stecken Seele an
Katholizismus knallt krasser: In Dresden erweist sich, dass Francis Poulencs Oper ›Dialogues des Carmélites‹ eines der Musiktheater-Meisterwerke des 20. Jahrhunderts ist
Diese Woche in VAN
Kritik
Trumps Essenz einfangen, ohne ihn zu imitieren
Olga Neuwirths und Elfriede Jelineks neue Oper ›Monster’s Paradise‹, besprochen am Tresen
Diese Woche in VAN
Meldung
»Ich habe ein tolles Mädchen für deinen nächsten Aufenthalt in Paris gefunden.«
Freigegebene E-Mails zeigen, wie der Dirigent Frédéric Chaslin über Jahre hinweg Kontakt zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hielt – und ihm offenbar »private Besuche« organisierte.
Diese Woche in VAN
Essay
Bartók und Janáček an der Weggabelung zum Totalitarismus
Zwei Werke aus der Spätphase der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie: Janáčeks ›Taras Bulba‹ macht sich die Stammesideologie der Zeit zu eigen, Bartóks ›Holzgeschnitzter Prinz‹ widersetzt sich ihr. Wie funktioniert das musikalisch?
Diese Woche in VAN
Bericht
Die sächsische Kulturlandschaft braucht Geld, Personal – und Visionen
Vor gut 30 Jahren machte Sachsen die Kulturpflege zur Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise. Sowohl das sächsische Kulturministerium als auch der Sächsische Kultursenat haben das Kulturraumgesetz jetzt evaluiert. Zu welchen Schlüssen kommen die beiden Berichte?
Fast jede 20. Planstelle vakant
Die Orchestergewerkschaft Unisono hat die aktuelle Planstellenstatistik deutscher Berufsorchester vorgestellt: Die Zahl der vorhandenen Stellen ist auf dem Papier stabil, die Vakanzquote einiger Orchester jedoch besorgniserregend.
Im lila Rössl der Psychoapokalypse
Befremdlicher Quickie, geht trotzdem steil: Erich Wolfgang Korngolds ›Violanta‹ an der Deutschen Oper Berlin
Diese Woche in VAN
Meldung
Philip Glass sagt Premiere seiner »Lincoln«-Symphonie im Kennedy Center ab
Der Komponist begründet die Absage mit einem fundamentalen Wertekonflikt zwischen seiner Symphony No. 15 und der aktuellen Ausrichtung des Hauses unter Donald Trump
Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester
Kolumnen
Albrecht Selge
Hundert 11
Geschlafen – aufgewacht!
Unendliche Weiten, beklemmende Enge: Gedanken und Beobachtungen beim diesjährigen Ultraschall-Festival für neue Musik in Berlin
Einhornpflege im Abokonzert
Mit solcher Dienstleistung erhält man sein Publikum: Marta Gardolińska, Jean-Guihen Queyras und die Kammerakademie Potsdam spielen im Nikolaisaal Mozart, Saint-Saëns, Ibert und Poulenc
Mädel, was fangst du jetzt an?
»Wie ein offnes Rasirmesser« hetze der Protagonist durch die Welt, heißt es bei Büchner, aber diese Musik ist voll Erbarmen: Zum 100. Jahrestag der Uraufführung dirigiert Christian Thielemann an der Staatsoper Unter den Linden Alban Bergs ›Wozzeck‹ mit einer Traumbesetzung
Holger Noltze
The Society of Music
Orff im Museum
Am Ende ist Michael Jackson am Apparat: Das beschauliche Dießen am Ammersee hat Carl Orffs letztem Wohnsitz einen schicken Ausstellungsraum angebaut.
Irgendwie prä-postdramatisch
Iván Fischer ist ein eminenter Musiker. Ist er auch Regisseur? Eine spätabendliche Diskussion, am Tag nach seinem ›Don Giovanni‹-Gastspiel in Baden-Baden. (We agreed to disagree.)
Wir haben verstanden. Echt jetzt!
Hotel Europa am Ende des Jahres: Dmitri Tcherniakov zündet in Amsterdam das große Feuer zur Zeitenwende, die Alte Welt lässt sich vom gelben Zampano das Fürchten lehren und sollte seine Diversität endlich als Zaubertrank entdecken
Volker Hagedorn
Rausch & Räson
Treffen am Südpol
Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.
Die letzte Diva
In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts
Krummes Ding
Sechs Millionen Dollar für die Erlaubnis, eine Banane an die Wand zu kleben – was könnte außer Hype dahinterstecken? Fragt sich Volker Hagedorn mit einem Seitenblick auf die Musik, die im Schatten solcher Rekorde nur bescheiden einen Hit von 1923 wiederholen kann: »Yes! We Have No Bananas«
120 Jahre ›Salome‹
»Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt!«
Die Entstehung der Oper ›Salome‹, am 17. Mai 1906 von Graz aus gesehen
Schreckliches wird geschehen?
Es geht wieder los. Gedanken vor dem Abflug in die bekannten Sternbilder des Opern-Repertoires: Was sehen wir, wenn wir ›Salome‹ ansehen?
115 Jahre Kopf des Jochanaan
Oder: »Dance for me, dance for me, dance for me, oh, oh, oh!«
Richard Strauss – der Maskenmann
Ein Drehtermin in der Strauss-Villa in Garmisch-Partenkirchen
Mit Strauss zurück in die Zukunft
In einer mehrwöchigen Strauss-Sause an der Deutschen Oper Berlin geht es turbulent zu: von Ehekrise bis Muttermord, von genderfluider Zeitreise bis zum Psychopuppentanz im Schlipsladen – aber liebt das Publikum Strauss noch?
What’s up with … Richard Strauss?
Nichts ist fertig. Wir fragen den aktuellen Forschungsstand zu den Klassikern ab. Heute: Wie Richard Strauss das Geschrei hinter sich ließ und warum er einer von uns sein könnte.
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Audio der Woche

Sophia Schambeck mit Aldo López-Gaviláns (*1979) Woodpecker
Echos von Vögeln, Wasser und Wind: Flötenwerke aus 900 Jahren präsentiert die junge Musikerin Sophia Schambeck auf ihrem Debüt-Album bei GENUIN. Dabei steht Neues neben Altem, Solistisches neben Ensemblestücken, Irisches neben Japanischem, Originalwerk neben Bearbeitung. Den Hörenden eröffnen sich faszinierende Klangwelten von Hildegard von Bingen bis in die Gegenwart, gespielt auf 13 verschiedenen Blockflöten.
Recherchen
Alles außergewöhnlich
Die Komische Oper veranstaltet einen Musical-Blockbuster im Tempelhofer Flughafen und gibt dafür mehrere Millionen aus. Ermöglicht wird das auch durch einen Sonderetat, dessen Zweck und Verwendung Fragen aufwerfen.
»Man steht im Supermarkt und denkt sich: Scheiße, was kann ich mir hier noch leisten?«
Leeres Konto trotz Rampenlicht: Selbst wenn sie Hauptrollen in Musiktheaterproduktionen spielen, balancieren Solist:innen an deutschen Häusern oft am Rande des Prekariats
Komische Oper
Wie sorgfältig geht die Leitung der Komischen Oper Berlin mit öffentlichen Geldern um?
Rundfunkorchester
»Die Axt an die Ensembles wird heute keiner mehr ansetzen.«
Vor 30 Jahren wurden in Berlin vier Rundfunkensembles aus Ost und West unter dem Dach einer Klassik-Holding vereint. Die Anfangsjahre der »Rundfunk-Orchester und -Chöre gGmbH Berlin« waren so kompliziert wie ihr Name. Mittlerweile gilt die ROC als Modell mit Vorbildfunktion. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Anselm Rose über die Altlasten der Vergangenheit, Baustellen der Gegenwart und Ungewissheiten der Zukunft
»Jedes Orchester kann sagen: ›Wir warten auf Sie alle im Konzertsaal.‹ Aber das reicht nicht.«
Kazuki Yamada ist Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra und designierter Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters. Wie prägen seine Erfahrungen in Birmingham seine Zukunftspläne für Berlin?
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann konstituiert sie sich noch heute
Die ARD soll die Zukunft ihrer Klangkörper prüfen und richtet eine Arbeitsgruppe ein. Oder doch nicht?
Rundfunkorchester ohne Rundfunk
Wie die FDP auf ihrem Parteitag die Zukunft der Rundfunkensembles diskutiert
»Wir vergessen die Zeit, den Zweck, wir vergessen für ein, zwei Stunden unsere Sterblichkeit.«
Navid Kermani wuchs mit Neil Young und Led Zeppelin auf. Mit 20 entdeckte er die Unergründlichkeit klassischer Musik. Ein Gespräch über Schubert, schlechte Laune beim Kulturradio und die Kölner Philharmonie als Zufluchtsort.
Lied
Ich kann’s nicht fassen
Schumanns ›Frauenliebe und Leben‹ zwischen zeitlosem Meisterwerk und überholter Männerfantasie
»›Liederabende sind tot – was machen wir?‹ Diese Diskussion gibt es schon seit fünfzig Jahren!«
Benjamin Appl singt um die 50 Liederabende im Jahr. Wie sieht er die Zukunft dieser Gattung?
Geselle, mir nach!
Vor 200 Jahren komponierte Franz Schubert ›Die Schöne Müllerin‹. Über einen Zyklus, an dem sich selbst Fritz Wunderlich zunächst die Zähne ausbiss, und die verschiedenen Gesichter des liebeskranken Müllerburschen
Alles war, nichts ist.
Franz Schuberts dunkler ›Doppelgänger‹ durchleuchtet – mit neun Aufnahmen im Vergleich.
Musikwissenschaft
Dünnes Eis
Erst wurden zwei neue Chaconnen von Johann Sebastian Bach mit viel Tamtam vorgestellt und ins BWV aufgenommen, jetzt diskutiert die Fachwelt: Sind die Werke wirklich von ihm?
Von ›Draußen‹ nach ›Drinnen‹
Über die steinigen Anfänge der Geschlechterforschung in der Musikwissenschaft. Ein Erfahrungsbericht von Beatrix Borchard
Ein unbequemer Solitär
Der US-amerikanische Musikwissenschaftler Richard Taruskin (1945–2022) ist gestorben. Ein Nachruf
»Den späten Beethoven langsam zu spielen, ist eine Frage der Ideologie«
Musikwissenschaftler Marten Noorduin über historische Belege, die darauf hindeuten, dass die langsamen Sätze aus Beethovens Spätwerk eigentlich viel schneller gespielt werden müssten
Likörchen mit dem Revolutionär
What’s up with Christoph Willibald Gluck? Über einen anspruchsvollen Regisseur und findigen Geschäftsmann
Johann Sebastian Bach
»Es kann passieren, dass einen die Schönheit von Bach erst später im Leben trifft, wie ein Blitz.«
Dirigent, Komponist und Cembalist Masato Suzuki über das Komponieren in Mozarts Fußstapfen, das Prekariat der Alten Musik und die Schönheit eines betagten Publikums
Schweben mit Bach
Vor 50 Jahren kam Tarkowskis ›Solaris‹ in die Kinos, vor 61 Jahren Pasolinis ›Accattone‹ – beides Filme, an deren Magie und Intensität Werke von J.S. Bach großen Anteil haben und die uns gleichzeitig diese Musik besonders nahebringen.
»Ich öffne eine Weinflasche, hole ein Brötchen, spiele mit den Enkeln, und plötzlich beginnt die Kantate in mir zu klingen.«
Rudolf Lutz bringt mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen alle gut 200 Bach-Kantaten auf die Bühne. Hartmut Welscher sprach mit dem Dirigenten, Organisten, Alleinunterhalter, Kollektivspieler, Bandleader, Nerd und Genussmenschen.
Teilhabe
Die Akzeptanz für die öffentliche Finanzierung von Berliner Kulturinstitutionen wächst, die Zufriedenheit mit Angeboten in einzelnen Bezirken sinkt
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, stellt erste Ergebnisse einer repräsentativen Befragung vor
»Ich habe selten erlebt, dass Kulturpolitik sagt: Vermittlung soll prioritär sein oder mindestens genauso wichtig wie Programm.«
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, über Kassiererinnen in der Oper, Barrieren kultureller Teilhabe und die Gefahr schwindender Akzeptanz für Kultureinrichtungen
Die Macht des Schicksals
Erfolgreiche Musiker:innen-Karrieren beruhen in Deutschland nicht unbedingt auf dem Talent und dem Leistungswillen der Kinder und Jugendlichen, sondern dem Einkommens- und Bildungsniveau der Eltern
Musik ist keine heilige Kuh
Barbara Balba Weber über »Entfesselte Klassik«, ihr Grundlagenbuch für die künstlerische Musikvermittlung.
»Die Strukturen müssen sich dem Menschen anpassen.«
Schauspielerin Jana Zöll über Zugangsbarrieren auf, hinter und vor der Bühne.
1. DAN statt 3. Preis
Der Wettbewerb »Jugend musiziert« erzeugt Frust und motiviert nur die, die ohnehin sehr gut sind. Geht das auch anders? Ein Kommentar von Ulrich Haider.
Musikhochschulen
»Auf Seiten der Lehrenden besteht ein Bedarf an Weiterbildung.«
Bayern führt als erstes Bundesland ein Zertifikat für Lehrende an Musikhochschulen ein. Julia Rupprecht, Referentin für innovative Lehre an der Hochschule für Musik und Theater München, über Idee und Gestaltung des neuen Fortbildungsprogramms
»Wir kaufen gar nichts, keinen einzigen Notenständer.«
Auch an den Berliner Kunsthochschulen wird drastisch gespart. Was bedeutet das für die Musikstudierenden?
Zitterpartie geht weiter
Der Berliner Finanzsenator will offenbar keine zusätzlichen Mittel für die Festanstellungen an Musikschulen zur Verfügung stellen. Damit könnten 25 bis 30 Prozent der Unterrichtsplätze wegfallen.
»Ich war mit der Einstellung ins Studium gekommen, dass man sich nicht so anstellen darf und das zum Beruf gehört.«
Szenen mit extremer körperlicher Nähe werden auf der Opernbühne zunehmend bewusst choreographiert, durch sogenannte Intimitätskoordination. Welche Rollen spielen die Musikhochschulen bei diesem Bewusstseinswandel?
Korrupte Konservatorien
Vorwürfe am Zentralen Musikkonservatorium in Peking offenbaren strukturelle Probleme an chinesischen Musikhochschulen
Klimawandel
Die Studierendenvertretungen der Musikhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangen gemeinsam ein entschiedeneres Vorgehen gegen Machtmissbrauch. Ein Blick auf Erfahrungen, Forderungen und den aktuellen Stand der Umsetzung.



















