VAN verschenken und Moor retten.

Ein Interview mit Moor-Experte und Naturschutz-Pionier Michael Succow.

Mit der großen VAN-Weihnachtsaktion verschenkst Du nicht nur ein Jahr unbegrenzten Zugang zu unabhängigem Klassikjournalismus, Du hilfst außerdem, das Klima zu retten. Pro Abo spendet VAN 7 Euro direkt für die Reaktivierung eines der wichtigsten (und unbekanntesten) CO2-Speicher unserer Breiten. Mit jedem verkauften Abo kann im Mannhagener Moor in Mecklenburg-Vorpommern 1 Meter Entwässerungsgraben mit 1,5 Kubikmeter Erde verfüllt werden. Dadurch fließt kein Wasser mehr ab, das Moor wird wieder nass und erwacht zu neuem Leben.

Bei Abschluss eines Weihnachts-Abos mailen wir Dir ein schön designtes, personalisiertes Moor-Retter*innen-Zertifikat mit dem Zugangscode für ein VAN-Jahresabo zum Ausdrucken oder digital Verschenken.

Mit dem Weihnachts-Abo erhältst Du:

  • 1 VAN Jahres-Abo
  • 1 Meter verfüllten Graben, um das Mannhagener Moor zu restaurieren
  • 1 Moor-Retter*innen-Zertifikat mit Abo-Zugangscode (zum Ausdrucken oder digital Verschenken)

Preis des Weihnachts-Abos: 40 €

  • Regulärer Abo-Preis, inkl. MwSt.
  • Das Weihnachts-Abo verlängert sich nicht automatisch. Solltest Du es verlängern wollen, schreib uns einfach bis zum 30.11.2020 eine Mail.
  • Binnen 72 Stunden nach Abschluss des Abos bekommst Du eine E-Mail mit dem Moor-Retter*innen-Zertifikat als PDF und dem Code zum Einlösen des Jahres-Abos. Wie das Einlösen funktioniert, findest Du auf Seite 3 des Zertifikats.
  • Das Zertifikats kannst Du einfach an Weihnachten der*dem Beschenkten per Mail schicken oder als Ausdruck unter den Weihnachtsbaum legen.
  • Mit dem Kauf eines Abos akzeptierst Du unsere AGB und die Widerrufsbelehrung.

Angaben der*des Schenkenden:




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Wenn Du lieber per Rechnung zahlen möchten, klicke hier.

Schmelzende, berstende Eisberge sind zu einem Sinnbild der dramatischen Auswirkungen des Klimawandels geworden, Wälder als »grüne Lungen« zum Symbol möglicher Rettung. Intakte, das heißt: nasse Moore können deutlich mehr CO2 speichern als Wälder, trotzdem kümmert man sich bisher wenig um sie, im Gegenteil: Die Nutzung entwässerter Moorflächen wird in Deutschland aktuell mit 300 Millionen Euro Direktzahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU gefördert.

Nass speichern Moore riesige Mengen CO2, entwässert setzen sie es in großem Umfang frei. Laut Susanne Abel, Moorexpertin an der Universität Greifswald und der Succow-Stiftung, entspricht beispielsweise die in einem einzigen Hektar Moor gespeicherte Menge an Kohlenstoff durchschnittlich den jährlichen Emissionen von rund 1.400 Autos. Trockengelegte Moore stoßen weltweit jährlich doppelt so viel CO2 aus wie der gesamte globale Flugverkehr. In Deutschland machen trockengelegte Moore nur sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus, trotzdem verursachen sie 38 Prozent aller Treibhausgasemissionen aus der gesamten deutschen Landwirtschaft – inklusive Tierhaltung. In Mecklenburg-Vorpommern belegen entwässerte Moore sogar den traurigen ersten Platz beim Produzieren von Treibhausgasen im Vergleich zu allen anderen Einzelemittenten. Aber auch über die Grenzen des Bundeslandes hinaus sieht es nicht viel besser aus: Im EU-weiten Vergleich wird Deutschland bei der Emission von Treibhausgasen aus trockengelegten Mooren nur von Finnland übertroffen.

Im nassen Moor lagert das CO2 langfristig im Torf, in Pflanzenteilen im vom Wasser abgedichteten Boden. Wird das Moor trockengelegt, gelangt Sauerstoff an den Torf, der mikrobiell zersetzt wird. Hierbei entsteht CO2. Für ganze fünf Prozent der gesamten von Menschen in Deutschland verursachten Treibhausgasemissionen sind solche entwässerten Moore laut Bundesregierung verantwortlich. Moorschutz ist darum ein wichtiger Schritt beim Klimaschutz. Und ein effektiver: Mecklenburg-Vorpommern könnte beispielsweise durch die Restaurierung seiner Moore mehr Emissionen einsparen als durch alle im Bundesland arbeitenden Windkraftanlagen (an Land und offshore). Moorschutz ist außerdem günstig und kann auch kleinschrittig erfolgen. Mit den durch Dein neues VAN-Abo ermöglichten Spenden passiert also gleich ganz viel.

Seit 2011 bemüht sich die Michael Succow Stiftung, 40 Hektar des Mannhagener Moors in Mecklenburg-Vorpommern in seinen natürlichen, nassen Zustand zurückzuführen. 

In den letzten Jahrhunderten wurde der Torf des Mannhagener Moors gestochen, getrocknet und zum Heizen verwendet. Um an den sehr langsam nachwachsenden Rohstoff zu gelangen, legte man Gräben zur Entwässerung des Gebietes an. Nach über einem Jahrhundert der gewerblichen Nutzung wurde das Torfstechen hier 1920 eingestellt und das verbleibende, mittlerweile stark gestörte Moorgebiet bei Mannhagen noch im selben Jahr als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Dieser Status konnte nicht verhindern, dass auch dieses Moor der großflächigen Moor-Entwässerung in den 1970er und 80er Jahren zum Opfer fiel.  Ein tiefer Ringgraben umschließt seither das Gebiet und verhindert, dass lebensnotwendiges Wassers überhaupt in die Fläche gelangt. Zusätzlich gibt es aktuell Entwässerungsgräben, durch die Wasser ab-, statt zuläuft. VAN unterstützt die Michael Succow Stiftung bei der Wiederauffüllung von etwa 500 m Graben im Moor. So kann ein Teil des Moores sowie seine Flora und Fauna zu neuem Leben erwachen. Gleichzeitig wird die Treibhausgasemissionen des Gebietes deutlich reduziert.

Natürlich freuen sich das Mannhagener Moor, die Michael Succow Stiftung, das Klima und damit schlussendlich wir alle auch über weitere Spenden.

Wohin genau die Spende, die uns Dein Weihnachts-Abo ermöglicht, fließt, siehst Du hier.

Wenn Du magst, kannst Du, beziehungsweise die oder der von Dir Beschenkte, den Rückbau auch vor Ort begutachten. Dazu fährst Du mit dem Zug zum Bahnhof Miltzow und läufst dann ca. 20 min. in südlicher Richtung. Dem Plattenweg folgend biegt man am Naturschutzgebietsschild vorbei an den Bienenstöcken rechts ab und folgt dem Wiesenweg über eine kleine Mähweide, durch ein Stück Moorwald auf eine Lichtung. Südlich der Lichtung befindet sich der erste Moorkörper, auf dem Moosbeere, Sonnentau und sogar die sehr seltene Blumenbinse im Sommer zu bewundern sind. Überquert man die Lichtung in nördliche Richtung, gelangt man zu einem Moorkörper, in dessen Mitte eine einzelne Kiefer steht. Hier hat die Succow Stiftung zusammen mit vielen Ehrenamtler*innen erste Maßnahmen ergriffen, um den ehemals offenen Moorstandort von Gehölzaufwuchs zu befreien und Voraussetzung für bessere Bedingungen für das Vorkommen von Blumenbinse und Sumpfporst (ganz aromatisch duftende Pflanze, die den typischen Hochmoor-Geruch prägt) zu schaffen. Was man hier übrigens auch sehen kann: Klimaschutz bedeutet gleichzeitig auch Artenschutz! Im nassen Mannhagener Moor fühlt sich auch der seltene Hochmoor-Perlmutterfalter (Boloria aquilonaris) viel wohler.

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Die Michael Succow Stiftung

Die Michael Succow Stiftung, vom gleichnamigen Träger des Right Livelihood Awards gegründet, war eine der ersten in den neuen Bundesländern gegründete Stiftung und ist seit über 20 Jahren im Natur- und Klimaschutz aktiv. Moore bilden aufgrund ihrer klimatischen Brisanz sowie zum Erhalt seltener Arten einen ihrer Arbeitsschwerpunkte. Dabei setzt die Stiftung gemeinsam mit ihrem Partner, dem Greifswald Moor Centrum, auf die Wiedervernässung und die nachhaltige Nutzung wiedervernässter Moore (Paludikultur) im Einklang mit Flora und Fauna.