Das 3. Internationale Musikfest Hamburg richtet den Blick in 62 Konzerten vom 27. April bis 30. Mai nach vorne und gleichzeitig zurück: mit Musik, die in ihrer Zeit Stellung bezog, sich nicht abfinden wollte mit vorgegebenen Denk- und Hörmustern – und die gleichzeitig heute Zukunftssehnsüchte spürbar macht.

Es geht also um die visionäre Kraft von Kunst und Kultur. Und immer auch die Frage: Wie sehen die Utopien von heute aus? VAN füttert diese Sonderausgabe mit vier neuen Texten über gesellschaftliche Utopien und visionäre Interpretinnen, Komponisten und Filmemacher, deren Kunst im Rahmen des Musikfests eine Rolle spielen wird.

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Ilija Trojanow setzt sich mit gesellschaftlichen Utopien auseinander und fragt: Haben wir den Glauben, selbst etwas verändern zu können, verloren?

Sarah Maria Sun, die beim Musikfest in einer Oper und einem Konzert zu hören sein wird, spricht über weibliche Utopien und die naive Idee, dass Musik einen zum besseren Menschen macht.

Wie Fritz Lang mit seinen Stummfilmen Metropolis und Frau im Mond (die in Hamburg mit neuer, live gespielter Filmmusik auf dem Programm stehen) in den 1920ern in der Bildsprache visionäre Zukünfte entwarf – und dabei inhaltlich rückständig blieb. Von Benjamin Moldenhauer.

Thomas von Steinaecker spürt dem Utopischen bei Karlheinz Stockhausen, dem das Musikfest einen Schwerpunkt widmet, nach.